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Berufsziel: Schilder- und Lichtreklamehersteller*in

High-Tech und Handwerk, das auffällt

Ohne Schilder und Lichtreklame kaum vorstellbar: der Piccadilly Circus in London. © ClickerHappy via Pixabay Ohne Schilder und Lichtreklame kaum vorstellbar: der Piccadilly Circus in London. © ClickerHappy via Pixabay
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Berufsbilder

Zwölf Gewerke in einem Beruf: Wer Schilder- und Lichtreklamehersteller*in wird, bringt Marken zum Leuchten und verbindet Design mit Technik. Von der Fahrzeugbeschriftung bis zur modernen LED-Anlage verspricht diese Ausbildung maximale Abwechslung und beste Zukunftschancen.

 

(ps) Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen arbeiten an der visuellen Visitenkarte unserer modernen Gesellschaft. Der Name der Ausbildung mag zwar ein wenig altbacken klingen, aber der Inhalt ist auf dem neuesten Stand und hat es in sich: In diesem Ausbildungsberuf finden sich Inhalte aus zwölf Gewerken, von Malerei, Fotographie und Grafik über Metall- und Holzbearbeitung bis hin zu Elektrik. Nur wenige Ausbildungen können ein so breites Themenfeld anbieten. Ob leuchtende Schriftzüge an Fassaden, digitale Werbesysteme, Orientierungsbeschilderungen in Gebäuden oder kreative Fahrzeugfolierungen – überall dort, wo Marken auffallen und Menschen informiert werden sollen, sind sie im Einsatz.


Wer mit fun facts über die Ausbildung angeben will, kommt übrigens auch nicht zu kurz: Den Beruf des Schildermachers gibt es hierzulande schon seit deutlich über 1.000 Jahren – im Jahre 812 wurde er erstmals erwähnt. Damals wurden aber noch keine Werbe- oder Straßenschilder hergestellt, sondern die Schilde der Ritter – inklusive der kunstvoll gestalteten Wappen. Und schon im Mittelalter waren die Aufgaben der Schildermacher breit gefächert: auch Rüstungen, Satteldekorationen oder sogar prunkvolle Buchdeckel zählten zu ihren Aufgaben. Aber damit jetzt wieder zurück in die Gegenwart.


Verantwortung in Design und Montage



Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen vereinen kreative Gestaltung mit handwerklichem Können. Im Entwurf bzw. bei der Gestaltung erstellst du beispielsweise Layouts am Computer, wählst passende Typografien und und entwirfst oder bearbeitest Grafiken. In der Werkstatt verarbeitest du Materialien wie Kunststoffe, Metalle, Glas und Holz, bedienst Großformatdrucker oder Folienplotter und verbaust moderne LED- und Lichttechnik. Auch die fachgerechte Montage vor Ort – oft in beträchtlicher Höhe – gehört zum Alltag. In der Ausbildung lernst du alles über Designgrundlagen, aber auch über Elektrotechnik, Statik und Materialkunde. Der Umgang mit verschiedensten Fertigungsverfahren sowie Arbeitssicherheit stehen ebenso auf dem Programm wie Umweltschutz und Digitalisierung. Auch lernst du im Betrieb und in der Berufsschule alles Wichtige über Kalkulation, Kundenberatung und Montageverfahren.


Moderne Technik spielt eine immer größere Rolle – etwa durch digitale Werbesysteme (Digital Signage), stadtbildgerechte Lichtkonzepte oder computergesteuerte CNC-Fräsen. Wer sich für die Schnittstelle aus Kunst, Handwerk und High-Tech interessiert, findet hier viele spannende Möglichkeiten. Daneben


Ausbildungsschwerpunkte



Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen können im Verlauf ihrer Ausbildung zwischen zwei Spezialisierungen wählen. Es gibt die Fachrichtungen
 

  •    Grafik, Druck, Applikation
  •    Technik, Montage, Werbeelektrik/-elektronik


Die entsprechenden Spezialinhalte sind dabei leicht erklärt: Im Bereich „Grafik, Druck, Applikation“ geht es verstärkt um kreative Gestaltung sowie die Herstellung von Werbemitteln wie Schildern, Folienbeklebungen oder Digitaldrucken. Im Bereich „Technik, Montage, Werbeelektrik/-elektronik“ geht es hauptsächlich um die Planung, Herstellung und Montage von Werbeanlagen insbesondere mit elektrotechnischen Komponenten wie Beleuchtung und elektronischen Schildern.


Dabei wird das Berufsbild kontinuierlich an den technologischen Wandel angepasst. Dies hängt auch mit den neuen Anforderungen an die Werbetechnik zusammen: Unter anderem Maßnahmen zur Energieeinsparung durch den flächendeckenden Einsatz effizienter LED-Technik, nachhaltige und recycelbare Materialien sowie die Integration digitaler, netzwerkbasierter Informationssysteme finden in der Ausbildung immer mehr Raum und tragen dazu bei, dass du auf dem neuesten Stand der Technik bist.


Die Ausbildung – Zugang und Karriere



Die Ausbildung zum*zur Schilder- und Lichtreklamehersteller*in ist eine klassische 3-jährige duale Ausbildung im Handwerk, die im Betrieb und in der Berufsschule absolviert wird.


Während der Ausbildung durchläufst du alle Fertigungsstufen – von der ersten Skizze über die elektrotechnische Verdrahtung bis hin zur schlussendlichen Montage an der Fassade und kannst, wie oben beschrieben, zwischen zwei Ausbildungsschwerpunkten wählen. Ein großer Pluspunkt ist die Vielseitigkeit des Berufs: Du bist meist weder reiner Büromensch noch reiner Werkstattarbeiter oder Monteur, sondern verbindest Design, Fertigung und Außeneinsatz.


Die Ausbildungsvergütung liegt im Handwerk je nach Region und Betrieb meist zwischen 800 und 1.125 Euro im Monat. Als ausgebildete Fachkraft verdient man je nach Spezialisierung und Betriebsgröße oft zwischen 2.800 und 3.500 Euro brutto, im Durchschnitt liegt der Wert bei 3.078 Euro (BerufeNet). Mit Berufserfahrung und Spezialisierung, etwa auf komplexe Lichtwerbeanlagen oder Projektleitung, sind Gehaltssteigerungen auf über 4.000 Euro möglich.


Wichtig für den Beruf sind handwerkliches Geschick, ein gutes Auge für Farben und Formen sowie technisches Grundverständnis. Außerdem solltest du am besten schwindelfrei sein, sorgfältig arbeiten und gern im Team anpacken.


Der Beruf bietet hervorragende Zukunftsperspektiven und viele Weiterbildungsmöglichkeiten – etwa zum*zur Schildermachermeister*in, Gestalter*in im Handwerk oder Techniker*in. Auch ein anschließendes Studium in Bereichen wie Visuelle Kommunikation, Industrial Design oder Innenarchitektur ist möglich. Damit bietet die Ausbildung einen praxisnahen und abwechslungsreichen Einstieg in eine gestaltende Zukunftsbranche.

 

Weitere Informationen:



Weitere Details zur Ausbildung findest du im BerufeNet und beim BIBB.

Beratungsangebote und Ausbildungsbetriebe findest du bei uns in der Suchbörse!

 

 

15.09.2026