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Berufsziel: Tiefbaufacharbeiter*in

Bauen, was verbindet

Person, die im Baugewerbe arbeitet (Symbolbild) © Freepik Person, die im Baugewerbe arbeitet (Symbolbild) © Freepik
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Berufsbilder

Ob Straßen, Leitungen oder Gleisanlagen: Tiefbaufacharbeiter*innen sorgen dafür, dass unsere Städte funktionieren und wichtige Bauprojekte sicher umgesetzt werden.

 

(ps) Tiefbaufacharbeiter*innen arbeiten an der Grundlage unserer modernen Infrastruktur. Ob Straßen, Kanäle, Gleisanlagen oder Versorgungssysteme für Wasser, Strom und Internet – überall dort, wo gebaut und verlegt wird, sind sie im Einsatz. Als Tiefbaufacharbeiter*in sorgst du dafür, dass Städte funktionieren, Menschen mobil bleiben und Gebäude zuverlässig versorgt werden. Damit gehört der Tiefbau zu den wichtigsten Bereichen des Bauwesens.
 

Ohne Tiefbaufacharbeiter*innen läuft auf vielen Baustellen heute nichts: Du schaffst die Voraussetzungen dafür, dass Infrastruktur zuverlässig funktioniert. Dafür arbeitest du mit modernen Maschinen, Baustoffen und Vermessungstechniken und setzt Baupläne Schritt für Schritt in die Realität um. Dabei sind körperlicher Einsatz, technisches Verständnis und Teamarbeit besonders wichtig, um Projekte sicher und erfolgreich abzuschließen.


Verantwortung auf der Baustelle


Tiefbaufacharbeiter*innen können in verschiedenen Bereichen tätig sein – etwa im Straßen-, Kanal-, Gleis- oder Rohrleitungsbau. Im Straßenbau errichtest du Fahrbahnen und Wege, im Kanal- und Rohrleitungsbau verlegst du Leitungen für Wasser, Abwasser oder Telekommunikation. Im Gleisbau arbeitest du daran, dass Züge sicher unterwegs sind. In der Ausbildung lernst du alles über den Tiefbau, aber auch Grundlagen des Hochbaus. Der Umgang mit verschiedensten Werkstoffen, von Holz über Beton bis hin zu Stahl stehen ebenso auf dem Programm, wie Umweltschutz und Digitalisierung. Auch lernst du im Betrieb und in der Berufsschule alles Wichtige über Bauverfahren, Maschinen und Sicherheitsvorschriften.
 

Auf Baustellen arbeitest du eng mit anderen Fachkräften zusammen, bedienst Maschinen und sorgst dafür, dass Bauprojekte sicher und präzise umgesetzt werden. Auch moderne Technik spielt im Tiefbau eine immer größere Rolle – etwa durch digitale Vermessungssysteme oder GPS-gesteuerte Baumaschinen. Wer sich für Technik interessiert, findet hier viele spannende Möglichkeiten.


Modernisierte Ausbildungsschwerpunkte


Tiefbaufacharbeiter*innen können, wenn sie wollen, einen von fünf Ausbildungsschwerpunkten wählen. Es gibt die Fachrichtung
 

   • Straßenbauarbeiten
   • Gleisbauarbeiten
   • Brunnen- und Spezialtiefarbeiten
   • Kanalbauarbeiten; neu: Kanalbauarbeiten für Infrastrukturtechnik
   • Rohrleitungsbauarbeiten; neu: Leitungsbauarbeiten für Infrastrukturtechnik
 

Dabei wurden die Fachrichtungen Kanalbau und Rohrleitungsbau modernisiert und treten ab August 2026 mit der Ergänzung „Infrastrukturtechnik“ auf. Dies hängt, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erläutert, mit den neuen „Anforderungen an die Berufe der Bauwirtschaft“ zusammen: unter anderem „Maßnahmen zur Energieeinsparung und Vermeidung von CO2 Emissionen im Sinne des Klimaschutzes, nachhaltige Baumaterialien“ und manches mehr finden nun in der Ausbildung mehr Raum und tragen dazu bei, dass du auf dem neuesten Stand der Technik bist.


Die Ausbildung – Zugang und Karriere


Die Ausbildung zum*zur Tiefbaufacharbeiter*in ist eine duale Ausbildung, die allerdings ein kleines bißchen anders funktioniert, als man das kennt.
 

Der erste Schritt ist eine zweijährige duale Ausbildung zum*zur Tiefbaufacharbeiter*in. Nach zwei Jahren hast du also schon einen vollwertigen Ausbildungsabschluss in der Tasche – und nicht, wie bei vielen anderen Ausbildungen, erst nach drei Jahren.
 

Ein möglicher zweiter Schritt ist die Verlängerung der Ausbildung um ein Jahr, also die Spezialisierung in einem der oben genannten Schwerpunkte. Dann bist du also bspw. Straßenbauer*in, Brunnenbauer*in usw. und verbesserst natürlich deine Karrieremöglichkeiten. Gut zu wissen: Wenn du dich für die Spezialisierung entscheidest, aber deinen Abschluß im dritten Jahr nicht schaffst, behältst du trotzdem deinen Abschluss als Tiefbaufacharbeiter*in – das Risiko ist also gering, der Nutzen aber groß.
 

Die Ausbildungsvergütung liegt meist bereits im ersten Ausbildungsjahr bei über 1.000 Euro im Monat. Als Fachkraft verdient man je nach Spezialisierung und Region oft ab 3.300 bis 3.800 Euro brutto. Mit Berufserfahrung liegt das Durchschnittsgehalt bspw. für Gleisbauer*innen bei gut 4.500 Euro, bei Kanalbauer*innen bei gut 4.100 Euro. Es gibt also statistisch gesehen kleine Unterschiede je nach Spezialisierung.
 

Wichtig für den Beruf sind handwerkliches Geschick, körperliche Belastbarkeit und sorgfältiges Arbeiten. Außerdem solltest du zuverlässig sein und gern im Team arbeiten.
 

Der Beruf bietet gute Zukunftsperspektiven und viele Weiterbildungsmöglichkeiten – etwa zum*zur Polier*in, Meister*in oder Techniker*in. Auch ein späteres Studium im Bauingenieurwesen ist möglich. Damit bietet die Ausbildung einen praxisnahen und vielseitigen Einstieg in das Baugewerbe.

 

Weitere Informationen:


BerufeNet:

Tiefbaufacharbeiter*in – Straßenbauarbeiten

Tiefbaufacharbeiter*in – Gleisbauarbeiten

Tiefbaufacharbeiter*in – Brunnen- und Spezialtiefbauarbeiten

Tiefbaufacharbeiter*in – Kanalbauarbeiten für Infrastrukturtechnik

Tiefbaufacharbeiter*in – Leitungsbauarbeiten für Infrastrukturtechnik

 

Viele Ausbildungsbetriebe in ganz Deutschland findest du auch direkt bei uns in der Berufesuche!

 

 

Zusätzliche Quellen:
 

BIBB: Ausbildung gestalten – Kanalbauer/-in für Infrastrukturtechnik, 2025; online: bildung.bauwirtschaft-bw.de/fileadmin/user_upload/download/AusbildungGestalten_Kanalbauer_Tiefbaufacharbeiter_2025.pdf

BIBB: Ausbildung gestalten – Leitungsbauer/-in für Infrastrukturtechnik, 2025; online: bildung.bauwirtschaft-bw.de/fileadmin/user_upload/download/AusbildungGestalten_Leitungsbauer_Tiefbaufacharbeiter_2025.pdf

 

 

22.05.2026