Mit einem wahrlich "sagenhaften" Text über sein duales Studium Verwaltungsinformatik hat Antonio Harder unsere Jury beim letztjährigen vocatium Ausbildungspreis Berlin-Brandenburg begeistert und den regionalen Schreibwettbewerb „Warum ich meine Ausbildung liebe?“ gewonnen. Antonio schreibt mit viel Fantasie und Humor über die Herausforderungen der Digitalisierung. Und er zeigt überzeugend, warum er seine Ausbildung bei der Stadt Ludwigsfelde so liebt.
“Ritter Leonhard und der Drache der Digitalisierung”
Eine heroisch-absurde Erzählung aus dem Königreich Amtanien
Es war einmal im sagenumwobenen Königreich Amtanien, wo Formulare heilig und Stempel magisch waren. Dort lebte ein junger Knabe namens Leonhard von Verwaltungsburg, der sich mutig auf eine heldenhafte Reise namens duales Studium der Verwaltungsinformatik begab – ein Abenteuer, das selbst gestandene Ritter erschaudern ließ.
Kapitel I – Der königliche Erlass
Eines Morgens ließ König Paragrafius der Dreizehnte verkünden: „Im gesamten Reich herrsche Chaos! Die Listen sind unvollständig, die Daten veraltet, und der große Drache Analogon, Hüter des Papiergebirges, blockiert die Digitalisierung! Wer es wagt, diesen Drachen zu bezwingen und unsere Verwaltung zu modernisieren, dem winkt... ein unbefristeter Arbeitsvertrag!“ Leonhard, jung, motiviert und bewaffnet mit einem Laptop, einer Excel-Tabelle und einem SAP-Zertifikat, trat mutig vor. „Majestät, ich werde diesen Drachen besiegen! Für die Automatisierung! Für die E-Governance! Für... die Gleitzeit!“
Kapitel II – Die Reise ins Formularland
Leonhards Weg führte ihn durch das dunkle Tal der Datenmigration, vorbei am Bürokratenwald, wo wilde Bestien wie der Papieraktenschnüffler und der Doppelt-Erfasser hausten. Er begegnete einem alten Weisen – Herrn von DIN-Norm – der ihm riet: „Willst du Analogon bezwingen, brauchst du mehr als Mut. Du brauchst... ein durchdachtes Projektmanagement mit iterativen Meilensteinen!“ So begab sich Leonhard auf Praktikumsreise durch verschiedene Burgen: der Burg Personalabteilung, dem Schloss Haushaltsplan, und der gefürchteten IT-Krypta, wo Server auf RAID liefen und niemand mehr wusste, warum.
Kapitel III – Der Drache der Digitalisierung
Schließlich, hoch oben im Wolkenkuckucksamt, traf Leonhard auf Analogon, den feuerspeienden Drachen, der auf einem Berg aus Ordnern thronte. „WER STÖRT MEINEN ANALOGEN SCHLAF?!“ brüllte der Drache. „Ich bin es, Leonhard! Ritter des dualen Studiengangs! Ich bringe dir... das Formular 42-B! Digital signiert!“ Analogon schnaufte. „Unmöglich! Elektronische Signaturen? In MEINEM Revier?“ Ein epischer Kampf begann: Bits gegen Biss, Protokoll gegen Pyroklastik, Fachverfahren gegen Flammenmeer. Doch mit einem finalen „Alt + F4“ zwang Leonhard den Drachen in die Knie. Analogon seufzte, schloss seine riesigen Excel-Augen und sprach: „Vielleicht... ist es Zeit für ein Update.“
Kapitel IV – Die Belohnung
Leonhard kehrte triumphierend zurück, nun als Sir Digitalisierer, und der König überreichte ihm feierlich eine goldene Maus mit Bluetooth sowie eine sagenhafte Dienstvereinbarung für mobiles Arbeiten. Von da an war Verwaltung in Amtanien nicht mehr dasselbe. Alles funktionierte – na ja, fast. Denn niemand hatte bedacht, dass der Datenbanktroll von Abt. 3c noch immer ohne Schulung war.
Moral der Geschicht:
Auch im Königreich der Paragrafen braucht es Heldinnen und Helden, die mutig mit Code und Konzept gegen die Drachen der analogen Welt kämpfen – und dabei nie ihren Humor verlieren.
Und genau deshalb liebe ich meine Ausbildung zum Verwaltungsinformatiker – denn wo sonst darf man täglich mit Tastatur, Verstand und einem Lächeln gegen Bürokratie und Feuer speiende Altverfahren antreten?
Autor: Antonio Harder, dualer Student Verwaltungsinformatik, Stadt Ludwigsfelde
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