vocatium Magazin / Berufsbilder / Berufsziel: Gestalter*in für immersive Medien

Berufsziel: Gestalter*in für immersive Medien

Rein in die neue 3D-Welt!

Mann mit VR-Brille (Symbolbild). @Freepik Mann mit VR-Brille (Symbolbild). @Freepik
Beitrag teilen
Berufsbilder

Hää? – so ist oft (noch) die erste Reaktion bei diesem Namen. Die neue Ausbildung "Gestalter*in für immersive Medien" widmet sich den neu entstehenden digitalen Welten: der virtuellen und augmentierten (erweiterten) Realität, ihrer Software und Gestaltung. Eine Ausbildung am Puls der Zeit.

 

(ps) Immersion bezeichnet in der Sprache der Computerspieler*innen den Grad der Eintauchens in ein Spiel – wie gut kann ich mich mit meinem Spielcharakter identifizieren, wie sehr erlebe ich die Spielewelt beim Spielen als meine Welt? Ganz ähnlich bezeichnen immersive Medien Welten, in die man nicht nur „übertragen“ eintaucht wie bei Computerspielen, sondern ganz konkret: die virtuelle Realität und ihre Geschwister. Oder, in den Worten der Ausbildungsverordnung: „Medien, deren Nutzung virtuelle Umgebungen und digitale Elemente erlebbar und als real wahrnehmbar machen“. Ob Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR), Mixed Reality (MR), 360°-Medien oder interaktive Erlebniswelten: Überall dort, wo digitale Inhalte räumlich, interaktiv und erlebbar werden, sind Gestalter*innen für immersive Medien gefragt. 
 

Aber nicht nur Computer- und Softwarefirmen suchen sie – auch in der Industrie, v.a. im Ingenieursbereich und bei der Produktentwicklung, kommen sie zum Einsatz. Es lohnt sich, die Augen in allen Branchen offen zu halten! Etwa die EDAG Group – ein führender Engineering-Dienstleister im Automotive- und Industriebereich – bietet die Ausbildung an, ebenso WAGO, ein führender Anbieter elektrischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik, oder auch die Volkswagen AG

 

Was lerne ich da?
 

Als Gestalter*in für immersive Medien gestaltest du eben diese neuen Software-Welten: Die Ausbildungsinhalte sind „unter anderem 3D-Modeling, 3D-Animation, Shading, Texturing und 3D-Audio. Die Entwicklung der Produkte erfolgt dabei durch Spiel-Engines wie Unity oder Unreal“, wie der Erste Deutsche Fachverband für Virtual Reality e.V. (EDFVR) mitteilt. In Ausbildung und Berufspraxis geht es also sowohl um das grundständige Erstellen solcher Programme als auch um das Ausgestalten selbiger. „Die Fachkräfte arbeiten dabei in Teams mit Programmierern und 3D-Artists zusammen“, so der Fachverband. Auch Projektmanagement und Kundenbetreuung zählen zu den Aufgaben in Ausbildung und Beruf. Insgesamt werden Gestalter*innen für immersive Medien einen wesentlichen Anteil daran haben, wie unsere virtuelle Zukunft aussieht, wie die Nutzeroberfläche gestaltet ist, wie das virtuelle Erlebnis ist.
 

Neben der technischen Umsetzung spielt auch die Gestaltung eine große Rolle. Du lernst Grundlagen der Gestaltung, Dramaturgie, User Experience (UX) und des Storytellings für immersive Medien. Dabei geht es darum, Inhalte nicht nur visuell ansprechend, sondern auch intuitiv, barrierearm und nutzerorientiert zu gestalten. Teamarbeit, Projektplanung und iterative Entwicklungsprozesse gehören ebenfalls fest zur Ausbildung. Je nach Einsatzgebiet entwickelst du z.B. VR-Trainings für die Industrie, AR-Anwendungen für Marketing und Bildung, virtuelle Ausstellungen für Museen oder immersive Spiele und Erlebnisse für Entertainment und Kultur. Die Ausbildung ist projektorientiert aufgebaut und bereitet dich darauf vor, kreative Konzepte erfolgreich umzusetzen.

 

Die Ausbildung – Zugang und Karriere
 

Die Ausbildung zum*zur Gestalter*in für immersive Medien ist eine duale Ausbildung und dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, viele Betriebe bevorzugen jedoch Bewerber*innen mit mittlerem Bildungsabschluss (Realschule) oder (Fach-)Abitur. Für die Ausbildung sind Fähigkeiten im Umgang mit Software und Programmierung hilfreich. Grundsätzlich sind darüber hinaus gute Englischkenntnisse, künstlerische Fähigkeiten und kreatives Denken wichtig.
 

Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Branche und Region und liegt häufig zwischen knapp 750 und gut 1.100 Euro im ersten Ausbildungsjahr, mit steigender Vergütung in den Folgejahren. Das Durchschnittseinkommen für Absolvent*innen der Ausbildung ist bislang noch nicht gesichert aussagekräftig, da es die Ausbildung erst seit 2023 gibt. Laut BerufeNet der Bundesagentur für Arbeit liegt es im Mittel bei knapp 3.300 Euro brutto und erreicht in der Spitze etwa 4.000 Euro brutto.
 

Auf dem stark wachsenden Markt der virtuellen Realität bietet sie beste Karrierechancen. Daneben bieten viele Weiterbildungen im Medienbereich Aufstiegschancen: auch hier gibt es die Möglichkeit, einen Meister zu machen, den*die Meister*in für Medienproduktion Bild und Ton, oder Fachwirt*in für Medien. Auch der Zugang zu einer Reihe von Medien- und Software-/Gaming-Studiengängen bietet weiterführende Karrierechancen.
 

Weitere Informationen
 

Die Bundesagentur für Arbeit hat im Berufe-Net alle wichtigen Eckdaten zusammengefasst.
 

Viele Ausbildungsbetriebe und Praktikumsplätze findest Du in unserer Suchbörse!

 

 

Quellen:
 

Bundesinstitut für Berufsbildung: Informationen zu Aus- und Fortbildungsberufen / Gestalter*in für immersive Medien: https://www.bibb.de/dienst/berufesuche/de/index_berufesuche.php/profile/apprenticeship/gestim23

Bundesgesetzblatt: Ausbildungsverordnung / Gestalter*in für immersive Medien: https://www.bibb.de/dienst/berufesuche/de/index_berufesuche.php/regulation/VO_Gestalter_fuer_immersive_Medien_2023.pdf

Bundesagentur für Arbeit: Gestalter*in für immersive Medien: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/137579

Erster Deutscher Fachverband für Virtual Reality e.V. (EDFVR): Ausbildungsinformationen Gestalter*in für immersive Medien: https://gestaltung-immersiv.de/informationen/

Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart: Ausbildung Gestalter*in für immersive Medien: https://www.jgs-stuttgart.de/bildungsangebot/gestalter-in-fuer-immersive-medien

 

11.08.2023, bearbeitet 14.12.2023, 19.12.2025