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Lernen in der Ferne

Da kannst du was erleben!

Junge Frau mit Straßenkarte (Symbolbild) ©Freepik Junge Frau mit Straßenkarte (Symbolbild) ©Freepik
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Lernen in der Ferne!

Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer: Lernen in der Ferne eröffnet dir unzählige Wege, die Welt zu entdecken und dabei über dich hinauszuwachsen. Ob Schule, Studium, Ausbildung oder Auszeit – hier erfährst du, welche realistischen Möglichkeiten es gibt und welcher Auslandsaufenthalt zu dir und deinem Leben passt.

 

(ps) Auslandsaufenthalte sind für viele Menschen ein Traum – raus aus dem bekannten Klein-Klein, raus aus dem gewohnte Alltag und rein in die große Welt! Und die beste Gelegenheit dafür ist zwischen Schulzeit und Berufseinstieg. Genau jetzt, in dieser Phase, stehen dir so viele Türen offen wie selten zuvor: Du bist neugierig, lernbereit und kannst ausprobieren, was dir wirklich liegt. Ein Aufenthalt im Ausland gibt dir die Chance, über dich hinauszuwachsen, neue Perspektiven zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, die dich nachhaltig prägen. Du lernst nicht nur eine andere Sprache oder ein anderes Bildungssystem kennen, sondern auch dich selbst – unabhängiger, mutiger und selbstbewusster. Lernen in der Ferne heißt, den eigenen Horizont zu erweitern, Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu schließen und Erinnerungen zu schaffen, die dich ein Leben lang begleiten.


Doch Ausland ist nicht gleich Ausland – und Lernen in der Ferne kann ganz unterschiedlich aussehen. Je nachdem, wo du gerade stehst, wie viel Zeit du hast und was dich interessiert, gibt es passende Wege, internationale Erfahrungen zu sammeln. Wir zeigen dir, welche bewährten Möglichkeiten es gibt und wie vielfältig dein persönliches Abenteuer im Ausland aussehen kann.

 


Schüleraustausch und Schulaufenthalte im Ausland


Für Schüler*innen bieten klassische Austauschprogramme die Chance, für mehrere Wochen oder Monate (und bis zu einem Jahr) eine Schule im Ausland zu besuchen und in einer Gastfamilie zu leben. Dies bedeutet für dich:
 

   • Organisation über Austauschorganisationen

   • Lernen an einer Partnerschule → Teilnahme am Unterricht vor Ort

   • Leben in einer Gastfamilie (oder einem Internat)
 

Diese Form des Auslandsaufenthalts ist besonders intensiv, weil Schule, Freizeit und Familienleben miteinander verschmelzen. Du erlebst den Alltag Gleichaltriger in einem anderen Land aus erster Hand und verbesserst deine Sprachkenntnisse ganz nebenbei. Gleichzeitig lernst du, dich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und Verantwortung für dich selbst zu übernehmen.
 

Anbieter oder Beratungsstellen für den Schüleraustausch sind bspw.:
 

AIFS Educational Travel

AFS Interkulturelle Begegnungen

Deutsch-Amerikanisches Institut (d.a.i.) Tübingen

GOEUROPE! bei Bildungsnetzwerk Magdeburg

Stadtjugendring Augsburg KdöR | tip-Jugendinformation Augsburg | Eurodesk Augsburg

XPLORE

 

 

Sprachreisen und Sprachkurse


Wer sich gezielt auf eine Sprache konzentrieren möchte, findet in Sprachreisen eine kompakte und flexible Möglichkeit.
 

   • Kurz- bis mittelfristige Aufenthalte (oft zwei bis acht Wochen)

   • Unterricht an Sprachschulen

   • Kombination aus Lernen und Freizeitaktivitäten

   • Leben bei einer Gastfamilie oder einer Unterkunft des Veranstalters
 

Sprachreisen eignen sich gut für Schüler*innen ebenso wie für Studierende oder Azubis. Der strukturierte Unterricht wird durch den Alltag im Gastland ergänzt, sodass Sprache nicht nur gelernt, sondern gelebt wird. Gerade als Vorbereitung auf längere Auslandsaufenthalte sind solche Programme ein beliebter Einstieg. Und natürlich macht sich so eine Sprachreise im Lebenslauf auch sehr gut, wenn man sich bei einem international aufgestellten Unternehmen bewerben möchte.


Anbieter und Beratungsstellen für Sprachreisen sind bspw.:
 

AIFS Educational Travel

EF Education (Deutschland) [externer Link]

Stadtjugendring Augsburg KdöR | tip-Jugendinformation Augsburg | Eurodesk Augsburg

Carl-Schurz-Haus Freiburg / Deutsch-Amerikanisches Institut

 

 

Auslandssemester und Erasmus+ für Studierende


Für Studierende gehören Auslandssemester heute fast schon zum Klassiker – vor allem dank des europäischen Erasmus+-Programms.
 

   • Studium an einer Partnerhochschule

   • Anerkennung von Studienleistungen

   • Finanzielle Förderung und organisatorische Unterstützung
 

Ein Auslandssemester bietet die Möglichkeit, andere Lehrmethoden kennenzulernen und sich fachlich wie kulturell weiterzuentwickeln. Gleichzeitig entstehen internationale Freundschaften und Netzwerke, die über das Studium hinaus wertvoll sein können. Auch außerhalb Europas gibt es Austauschprogramme, oft über Hochschulpartnerschaften.

Grundsätzlich ist natürlich auch ein komplettes Studium im Ausland denkbar, die meisten Universitäten bieten hier umfangreiche Informationen an.

Allgemeine Informationen zum Studium im Ausland mit Erasmus+ bietet der DAAD [externer Link]

 

 

Praktika im Ausland


Praktika verbinden Lernen und Arbeiten und sind für Studierende wie auch für Auszubildende interessant. Bei Auslandspraktika kann auf die Hilfe von Organisationsunternehmen gesetzt werden oder man wird selber tätig und sucht sich ein konkretes Unternehmen selber aus und schreibt es an – das bedeutet dann aber in der späteren Umsetzung einen relativ großen Arbeitsaufwand.
 

   • Praktika in Unternehmen oder Organisationen

   • Fachliche Erfahrungen im internationalen Kontext

   • Verbesserung von Sprach- und interkulturellen Kompetenzen
 

Ein Auslandspraktikum zeigt, wie der eigene Beruf in anderen Ländern gelebt wird. Man lernt unterschiedliche Arbeitskulturen kennen und sammelt Pluspunkte für den Lebenslauf. Gerade für Azubis kann dies ein wichtiger Blick über den Tellerrand des heimischen Betriebs sein.


Anbieter und Beratungsstellen für Auslandspraktika sind bspw.:
 

AIFS Educational Travel

Carl-Schurz-Haus Freiburg / Deutsch-Amerikanisches Institut

GOEUROPE! bei Bildungsnetzwerk Magdeburg

 

 

Auslandsaufenthalte während der Ausbildung


Auch für Auszubildende gibt es verschiedene Wege ins Ausland – etwa über Austausch- oder Förderprogramme.
 

   • Teile der Ausbildung im Ausland absolvieren

   • Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben

   • Förderung über etablierte Programme wie Erasmus+
 

Solche Aufenthalte sind oft kürzer, dafür aber sehr praxisnah. Azubis erleben, dass ihre beruflichen Fähigkeiten international gefragt sind, und kehren mit gestärktem Selbstbewusstsein zurück. Betriebe profitieren ebenfalls von den neuen Impulsen und Erfahrungen.

Auslandsaufenthalte in der Ausbildung müssen in Abstimmung mit dem jeweiligen Ausbildungsunternehmen geplant werden – ein rechtlicher Anspruch besteht nicht. 


Allgemeine Informationen zum Thema gibt es hier:
 

DIHK: Auslandsaufenthalte während oder nach der Ausbildung [externer Link]

BIBB: Auslandsaufenthalte während der Ausbildung (pdf) [externer Link]


Einige Unternehmen setzen auch ganz gezielt auf eine international ausgerichtete Ausbildung und fördern aktiv Auslandsaufenthalte, bspw.:
 

ADM

Airbus

CEJN-Product

Deugro

 

Spezialfall: Walz / Wanderjahre


Als Auszubildende*r kann man natürlich ins Ausland gehen – aber handwerkliche Berufe bieten traditionell auch die Möglichkeit, nach der Ausbildung auf (Lern- und Fern-)Reise zu gehen: auf die Walz. Diese üblicherweise drei Jahre und einen Tag dauernde Zeit führt die Gesell*innen weg von der Heimat und sie wandern, meist zu Fuß oder per Anhalter, von Ort zu Ort, arbeiten dort für eine Weile bei Betrieben ihres Fachs und ziehen dann weiter. Das ist buchstäblich ein Abenteuer, bei dem man oft nicht genau weiß, wo man am Abend des kommenden Tages sein wird. Es ist also nicht für jeden etwas – aber wann hat man schon Gelegenheit, etwas vergleichbares zu erleben?

Wenn du dich für die Walz interessierst, kannst du dazu unser Interview mit einem Fachmann zum Thema lesen!

 

 

Freiwilligendienste im Ausland


Wer Lernen mit Engagement verbinden möchte, findet mit Freiwilligendiensten eine sinnstiftende Alternative. Praktisch alle wesentlichen Formate wie FSJ, FÖJ usw. können auch im Ausland umgesetzt werden – i.d.R. von Trägern aus Deutschland organisiert.
 

   • Mitarbeit in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten

   • Aufenthalte von mehreren Monaten bis zu einem Jahr

   • Begleitende Seminare und pädagogische Betreuung
 

Programme von internationalen Freiwilligendiensten ermöglichen es jungen Menschen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig andere Lebensrealitäten kennenzulernen. Der Lernprozess ist hier besonders ganzheitlich: Man wächst an neuen Aufgaben, reflektiert eigene Privilegien und entwickelt ein stärkeres Bewusstsein für globale Zusammenhänge. Die einhellige Meinung aller, die ein solches Auslandsjahr gemacht haben, ist, dass sie ganz persönlich und charakterlich enorm dadurch gewachsen sind. Es lohnt sich also immer – selbst wenn es absolut nichts mit dem späteren Berufswunsch zu tun haben sollte.


Anbieter und Beratungsstellen für Auslands-Freiwilligendienste sind bspw.:


AFS Interkulturelle Begegnungen

AIFS Educational Travel


Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) wird von mehreren Trägern angeboten, etwa:

DRK-Landesverband Saarland

DRK Soziale Freiwilligendienste Mecklenburg-Vorpommern

Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Schleswig-Holstein Freiwilligendienste

Deutsch-Amerikanisches Zentrum

Deutsch-Amerikanisches Institut (d.a.i.) Tübingen

 

 

Work & Travel


Vor allem nach der Schule oder zwischen Ausbildungs- und Studienphasen ist Work & Travel beliebt. Work & Travel bedeutet für dich:
 

   • Reisen und Arbeiten im Wechsel

   • Kurzfristige Jobs zur Finanzierung des Aufenthalts

   • Hoher Grad an Freiheit und Selbstorganisation
 

Auch wenn der Fokus weniger auf formellem Lernen liegt, ist der persönliche Lerngewinn enorm. Selbstständigkeit, Improvisationstalent und interkulturelle Kompetenz werden hier täglich trainiert und Einblicke in unterschiedlichste Berufe und Arbeitsweisen gewonnen.


Anbieter und Beratungsstellen für Work & Travel sind bspw.:
 

AIFS Educational Travel

Stadtjugendring Augsburg KdöR | tip-Jugendinformation Augsburg | Eurodesk Augsburg

Deutsch-Amerikanisches Zentrum

Deutsch-Amerikanisches Institut (d.a.i.) Tübingen

Carl-Schurz-Haus Freiburg / Deutsch-Amerikanisches Institut

GOEUROPE! bei Bildungsnetzwerk Magdeburg

 

 

Au Pair – Lernen durch Leben im Familienalltag
 

Als Au Pair lebst du für mehrere Monate bei einer Gastfamilie im Ausland und unterstützt sie vor allem bei der Kinderbetreuung und leichten Aufgaben im Haushalt.
 

   • Leben als Teil einer Gastfamilie

   • Betreuung von Kindern und Mithilfe im Alltag

   • Besuch von Sprachkursen nebenbei
 

Ein Au-Pair-Aufenthalt bietet dir einen besonders authentischen Einblick in das Leben eines anderen Landes. Du bist nicht nur zu Besuch, sondern mittendrin im Familienalltag, kümmerst dich um die Kinderbetreuung für die Gastfamilie und lernst Sprache und Kultur ganz natürlich kennen. Gleichzeitig übernimmst du Verantwortung und entwickelst wichtige soziale Kompetenzen. Vor allem nach der Schule oder zwischen zwei Ausbildungsabschnitten ist Au Pair für viele junge Menschen eine attraktive Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln und sich persönlich weiterzuentwickeln. Entgegen der verbreiteten Annahme ist Au Pair auch durchaus nicht nur was für Mädchen – seit Jahren steigen die Zahlen auch bei den Jungs, ähnlich wie beim Beruf „Erzieher“.


Anbieter und Beratungsstellen für Au Pair sind bspw.:
 

AIFS Educational Travel

Cultural Care Germany

EF Education (Deutschland) [externer Link]

Carl-Schurz-Haus Freiburg / Deutsch-Amerikanisches Institut

 

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Optionen – Summer Jobs, Summer School, Surf Camps usw. usf. Dies alles aufzulisten würde den Rahmen hier sprengen. Es lohnt sich aber, ein bisschen im Angebot der hier genannten Träger zu stöbern, vielleicht findet sich ja hier und da noch eine passende Überraschung!


Einige dieser Angebote kosten natürlich Geld, manchmal auch nicht gerade wenig. Aber Lernen in der Ferne ist kein unerreichbarer Luxus, sondern eine echte Chance – gerade für Schüler, Studierende und Azubis. Die Wege ins Ausland sind vielfältig und an unterschiedliche Lebenssituationen angepasst. Es gibt viele Fördermöglichkeiten und Finanzierungshilfen, bspw. vom Bund, den Bundesländern, der EU, von Organisationen und Stiftungen… Alle Anbieter und Beratungsstellen können dir sagen, welche Optionen es für dein jeweiliges Traumziel gibt.

Wer den Mut hat, sich darauf einzulassen, erlebt nicht nur ein anderes Land, sondern entdeckt oft auch neue Seiten an sich selbst.

 

 


09.02.2026