Feinwerkmechaniker*innen sorgen überall dort für Perfektion, wo Technik auf höchste Genauigkeit angewiesen ist – von der handwerklichen Fertigung bis zur Hightech-Entwicklung. Ihre Arbeit bildet eine unverzichtbare Grundlage für präzise Fertigungsprozesse, zuverlässige technische Systeme und den reibungslosen Einsatz moderner Maschinen in Industrie und Handwerk.
(ps) Die Ausbildung zum*zur Feinwerkmechaniker*in steht an einer Schlüsselposition zwischen Industrie und Handwerk. Ob im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, der Automatisierung, der Luft- und Raumfahrt oder der Forschung: Überall dort, wo technische Genauigkeit im Mikrometerbereich gefragt ist, sind Fachkräfte für Feinwerkmechanik unverzichtbar. Sie bilden ein wichtiges Bindeglied zwischen Konstruktion, Fertigung und Anwendung. Dabei verbindet die Ausbildung fundierte handwerkliche Grundlagen mit moderner Fertigungstechnik und digital gesteuerten Produktionsprozessen.
Was lerne ich da?
In der Ausbildung zum*zur Feinwerkmechaniker*in lernst du, hochpräzise Bauteile und komplexe Baugruppen herzustellen, zu montieren und zu warten. Ein zentraler Bestandteil ist die Arbeit an modernen CNC-gesteuerten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen, mit denen du Bauteile auf den hunderstel Milimeter genau fertigst. Trotz aller Digitalisierung und Automatisierung bleibt aber auch das Handwerk wichtig. Du lernst, Bauteile manuell (z.B. durch feilen, sägen und bohren) und mit konventionellen Maschinen herzustellen.
Im Berufsalltag arbeitest du in Werkstätten, Fertigungshallen oder auch Entwicklungsabteilungen. Deine Aufgaben reichen von der Einzelanfertigung über Kleinserien bis hin zur Montage und Inbetriebnahme von Maschinen. Auch das Messen und Prüfen von Bauteilen mit modernster Messtechnik gehört natürlich dazu. Je nach dem, in welcher Branche dein Ausbildungsbetrieb tätig ist, wandeln sich auch deine konkreten Aufgaben und Arbeitsprojekte – von der filigranen Arbeit für z.B. Bauteile von medizinischen Geräten bis zur Arbeit an Flugzeugtechnik. Die Ausbildung gliedert sich zudem in vier Fachrichtungen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Feinwerkmechaniker*in, Fachrichtung –
Feinmechanik
Hier stellst du präzise Einzelteile und Baugruppen für Maschinen, Messgeräte oder auch optische Systeme her. Du arbeitest besonders genau, montierst feinmechanische Komponenten und sorgst dafür, dass alles reibungslos und exakt funktioniert. Hier gibt es übrigens Überschneidungen mit der Uhrmacherei – Uhrmacher*innen sind letztlich Feinmechaniker*innen, die sich auf Uhren spezialisiert haben.
Maschinenbau
In dieser Fachrichtung fertigst und montierst du Bauteile für Maschinen und Produktionsanlagen. Du baust Baugruppen zusammen, nimmst Maschinen in Betrieb, führst Funktionsprüfungen durch und bist auch für Wartung und Reparatur zuständig.
Werkzeugbau
Du entwickelst und fertigst Werkzeuge, Formen und Vorrichtungen, die u.a. in der industriellen Serienfertigung eingesetzt werden. Dabei kommt es auf höchste Präzision, Materialkenntnis und ein gutes Verständnis für Produktionsprozesse an.
Zerspanungstechnik
Hier liegt der Schwerpunkt auf der spanenden Fertigung. Du programmierst, bedienst und überwachst CNC-Maschinen und stellst hochpräzise Bauteile durch Drehen, Fräsen und Schleifen her – häufig für anspruchsvolle technische Anwendungen.
Die Ausbildung – Zugang und Karriere
Die duale Ausbildung zur Feinwerkmechaniker*in dauert in der Regel dreieinhalb Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, viele Betriebe bevorzugen jedoch Bewerber*innen mit mittlerem Bildungsabschluss. Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, technisches Interesse, räumliches Vorstellungsvermögen und eine sehr genaue Arbeitsweise sind wichtige Voraussetzungen.
Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Branche, Region und Tarifbindung, liegt aber meist zwischen knapp 700 und 1.200 Euro im ersten Ausbildungsjahr, in den folgenden Jahren entsprechend höher. Nach der Ausbildung können Feinwerkmechaniker*innen je nach Einsatzgebiet und Qualifikation mit einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 4.200 Euro rechnen. Die Einkommensspanne liegt insgesamt zwischen knapp 3.500 und knapp 5.000 Euro brutto (BerufeNet).
Feinwerkmechaniker*innen werden in nahezu allen technologieintensiven Branchen benötigt und haben entsprechend gute Berufsaussichten. Zahlreiche Weiterbildungen wie bspw. zum*zur Feinwerkmechanikermeister*in oder Industriemeister*in, Techniker*in für verschiedene Fachbereiche wie Feinwerktechnik oder Medizintechnik sind möglich. Auch Spezialisierungen etwa in CNC-Programmierung oder Qualitätsprüfung eröffnen viele zusätzliche Karrierechancen. Darüber hinaus stehen nach entsprechender Qualifikation eine Reihe von Studiengängen wie z.B. Medizintechnik, Elektrotechnik oder Feinwerktechnik offen, um das technische Wissen weiter zu vertiefen.
Weitere Informationen
BerufeNet: Feinwerktechniker*in
BIBB: Feinwerktechniker*in
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16.12.2025