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Berufsziel: Pferdewirt*in – Klassische Reitausbildung

Stark im Sattel, stark im Beruf

Pferd und Reiter (Symbolbild). © ASphotofamily via Freepik Pferd und Reiter (Symbolbild). © ASphotofamily via Freepik
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Berufsbilder

Reiten ist für dich mehr als Freizeit? In dieser Ausbildung wird daraus echte Professionalität.

 

(ps) Früher der Traum vom eigenen Pferd – heute vielleicht der Wunsch, mit ihnen zu arbeiten? Wer reitet, weiß: Hinter jeder gelungenen Dressurlektion und jedem sauberen Sprung steckt mehr als Talent. Es sind Geduld, Training und ein feines Gespür für das Tier nötig. Genau das ist der Kern der Ausbildung für Pferdewirt*innen mit dem Schwerpunkt „klassische Reitausbildung“ – und damit auch dieses Berufs. Denn „klassische Reitausbildung“ meint nicht einfach sowas wie „normale“ Ausbildung im Gegensatz zu z.B. Westernreiten. Es ist eine Reitlehre, deren Ursprünge noch in der Kaiserzeit liegen und die besonderes Augenmerk auf die Natur und das Wohl der Pferde legt.


Denn Pferde sind keine Sportgeräte, sondern sensible Partner. Damit sie gesund bleiben und ihr Potenzial entfalten können, braucht es Fachleute, die sie ausbilden, fördern und verstehen. Pferdewirt*innen in der klassischen Reitausbildung sorgen genau dafür – im täglichen Training ebenso wie im Unterricht mit Reitschüler*innen.


Arbeiten im Sattel – und im Stall
 


Der Beruf ist vielseitig und deutlich mehr als „gut reiten können“. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung von Pferden: Du trainierst sie nach klassischen Grundsätzen, verbesserst Bewegungsabläufe und bereitest sie auf Turniere oder Prüfungen vor. Dabei beurteilst du ständig ihren Ausbildungsstand und passt das Training individuell an. Gleichzeitig gibst du dein Wissen weiter: Du unterrichtest Reiter*innen, analysierst deren Können und hilfst ihnen, sich weiterzuentwickeln – egal ob Anfänger*in oder Fortgeschrittene*r.


Doch der Alltag beginnt oft lange vor dem ersten Ritt: füttern, misten, Pferde pflegen und Gesundheitszustände im Blick behalten gehören genauso dazu. Auch Themen wie Ernährung und Trainingsplanung spielen eine zentrale Rolle. Gearbeitet wird meist draußen oder in Reithallen – bei jedem Wetter. Wochenendarbeit ist normal, besonders wenn Turniere anstehen. Dafür ist der Beruf sehr praxisnah und abwechslungsreich: vom ruhigen Training bis zur Turnieratmosphäre ist alles dabei.
 


Die Ausbildung – Zugang und Perspektiven
 


Die Ausbildung ist dual organisiert, das heißt: Du lernst im Ausbildungsbetrieb (z. B. Reitschule oder Gestüt) und in der Berufsschule. Sie dauert in der Regel drei Jahre, kann aber verkürzt werden. Die Ausbildungsvergütung liegt zwischen gut 700 und gut 900 Euro im ersten Ausbildungsjahr, und das Durchschnittsgehalt als angestellte Fachkraft liegt bei gut 2.500 Euro brutto (BerufeNet).


Wichtiger als perfekte Schulnoten ist oft praktische Erfahrung: Reitkenntnisse, ein sicherer Umgang mit Pferden und idealerweise erste Reitabzeichen sind von Vorteil. Der beste Einstieg ist ein Praktikum bei einem für dich interessanten Ausbildungsbetrieb. Während der Ausbildung eignest du dir umfassendes Wissen an – von Pferdepflege und Training über Unterrichtsgestaltung bis hin zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Am Ende stehen praktische Prüfungen, bei denen du dein Können im Sattel und im Umgang mit Pferd und Reiter unter Beweis stellst.


Nach der Ausbildung kannst du in Reitschulen, Ausbildungsställen oder Vereinen arbeiten. Wer sich weiterentwickeln möchte, kann bspw. zum*zur Pferdewirtschaftsmeister*in aufsteigen oder andere Weiterbildungen bis hin zum Studium absolvieren. Auch kann man sich durch Turniererfolge und Spezialisierungen einen Namen machen.


Der Beruf ist körperlich fordernd und kein klassischer Nine-to-five-Job – aber für viele ein Lebenstraum. Denn hier geht es nicht nur um Arbeit, sondern um die tägliche Zusammenarbeit mit einem der faszinierendsten Tiere überhaupt.
 


Weitere Informationen



BerufeNet: Pferdewirt*in - Klassische Reitausbildung

BIBB: Pferdewirt*in - Klassische Reitausbildung


Passende Ausbildungsbetriebe findest du in unserer Berufesuche!

 

Alternativen

 

Wenn dich die Ausbildung in diesem Bereich grundsätzlich interessiert, aber der Schwerpunkt „klassische Reitausbildung“ nicht deins ist, dann kannst du im BerufeNet der Bundesagentur für Arbeit auch weitere Informationen zu den vier anderen möglichen Schwerpunkten der Ausbildung zum*zur Pferdewirt*in finden. 

Auch interessant ist die Ausbildung zum*zur Tierpfleger*in, für die es ebenfalls mehrere Schwerpunkte gibt.

 

 

 

Weitere Quellen:


Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: „Pferdewirt, Pferdewirtin: Klassische Reitausbildung“; online: https://www.lfl.bayern.de/appl/berufsbildung/025203/index.php 

Talente gesucht / LWK Niedersachsen: „Deine Ausbildung. - Pferdewirt*in - Klassische Reitausbildung“; online: https://www.talente-gesucht.de/news/37035_Deine_Ausbildung 

 

 


17.03.2026