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(Nicht nur) Auf den Hund gekommen

Berufe mit Tieren

Ein Beagle beim Tierarzt (Symbolbild). © Freepik Ein Beagle beim Tierarzt (Symbolbild). © Freepik
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Berufsbilder

Ob im Stall, im Zoo oder in der Tierarztpraxis: Tiere spielen in vielen Berufen eine wichtige Rolle. Entsprechend vielfältig sind auch die Karrieremöglichkeiten in der Branche.

 

(ps) Der Mensch und seine Tiere – das ist eine Beziehung mit sehr langer Geschichte. Schon seit Jahrtausenden leben Mensch und Tier zusammen und haben dabei vielfältige Beziehungen aufgebaut. Manche Tiere wurden, man kann es nicht verschweigen, natürlich gegessen. Aber manche wurden auch zu wichtigen Arbeitspartnern: Pferde waren Fortbewegungsmittel, Arbeitshelfer und nicht zuletzt auch ein Statussymbol zum Angeben. Hunde waren unverzichtbar bei der Jagd oder beim Hüten von Schafen, und Gänse verteidigen schon seit der Antike Haus und Hof – oft besser und zuverlässiger als Hunde.


In manchen Fällen entwickelten sich dabei auch überraschend spezialisierte Jobs. Brieftauben zum Beispiel waren lange Zeit die schnellsten Nachrichtenüberbringer der Welt – bereits in der Antike kamen sie zum Einsatz, und im alten China gab es ein großes Postwesen, für das Tauben genutzt wurden. Noch im 2. Weltkrieg kamen Brieftauben auch beim Militär aktiv zum Einsatz – die letzten Militär-Brieftauben Europas gab es in der Schweiz, und sie wurden erst 1994 in Rente geschickt.


Neben all diesen Arbeitsverhältnissen entwickelte sich aber noch etwas anderes: echte Freundschaften. Katzen wurden von Mäusejägern in Häusern und Scheunen zu gemütlichen Stubentigern, Hunde zu treuen Begleitern im Alltag, und heute leben in vielen Familien auch Kaninchen, Hamster oder Reptilien als Haustiere. Selbst Ameisen und Spinnen sind in der Welt der Haustiere angekommen.


Und all diese Tiere – die Haustiere, die Arbeitstiere, die Nutztiere – müssen natürlich gepflegt, betreut und versorgt werden.


Deine Karriere – mit Tieren


Tatsächlich gibt es viel mehr Berufe mit Tieren, als man zuerst denkt: In Deutschland gibt es über 100 Berufe, die sich auf die eine oder andere Weise mit Tieren beschäftigen. Manche spielen sich draußen in der Natur ab, andere in Praxen, Zoos, Ställen oder auch im Labor. Die Berufswelt ist also vielfältig – von Ausbildung über Studium bis hin zu selbstständigen Tätigkeiten. Oft braucht man Geduld, immer Fachwissen, und manchmal auch starke Nerven und ein robustes Gemüt.


Wir zeigen dir die wichtigsten Berufe, bei denen Tiere im Mittelpunkt spielen – von bekannten Klassikern bis zu überraschenden Jobs, von denen du vielleicht noch nie gehört hast. Möglicherweise entdeckst du dabei ja sogar deinen zukünftigen Traumberuf!

 


Medizinische Berufe mit Tieren


Hier findest du Ausbildungen und Studiengänge, in denen du Tiere medizinisch betreust.
 


Darüber hinaus gibt es auch sog. berufliche Einsatzmöglichkeiten – also Tätigkeiten, die es nicht direkt als eigene Ausbildung oder eigenes Studium gibt, die aber mit einer Qualifizierung oder Weiterbildung später als Beruf ausgeübt werden können. Dazu gehört bspw.:
 

 


Pflege-, Betreuungs- und Trainingsberufe


Hier geht es um Pflege, Haltung, Betreuung und Training von Tieren.
 




Spätere berufliche Einsatzmöglichkeiten sind hier u.a.:
 

  • Bundeswehr – Diensthundewesen (Bundeswehrinterne Bewerbung. Weitere Informationen gibt es hier.)
     
  • Polizei – Diensthundeführer / Diensthundestaffel (Polizeiinterne Bewerbung. Zunächst normale Ausbildung oder Studium bei der Polizei (mittlerer oder gehobener Dienst))
     
  • Falkner*in (BerufeNet)
     
  • Hundefriseur*in / Tierfriseur*in (BerufeNet)
     
  • Futtermeister*in (BerufeNet)
     
  • Assistenzhundetrainer*in (private Ausbildung)
     


Landwirtschaft und Tierhaltung


Die wichtigsten Berufe mit Nutztieren.
 

 


Pferde- und Reitsportberufe


Spezielle Berufe rund um Pferde.
 




Spätere berufliche Einsatzmöglichkeiten sind hier u.a.:
 

  • Hufschmied*in bzw. Hufbeschlagschmied*in (Früher eine grundständige Ausbildung, heute eine Weiterbildung. Zugangsvoraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, im Idealfall als Pferdewirt*in, Metallbauer*in oder Feinwerkmechaniker*in)
     
  • Berufstrainer/in (Pferderennsport) (BerufeNet)
     
  • Hippotherapeut*in (BerufeNet)
     
  • Reitlehrer*in (BerufeNet)

 

Weitere Berufe und Berufsfelder


Wie schon mit den Hinweisen auf die späteren beruflichen Einsatzmöglichkeiten deutlich wurde, gibt es in der Branche bemerkenswert viele berufliche Nischen – die meist nicht mit einer speziell für den Beruf vorgesehenen Ausbildung daherkommen. Insbesondere im Bereich der Pferde- und Haustierversorgung gibt es zahlreiche Tätigkeiten, in die über Weiterbildungen eingestiegen wird. Hier lohnt es sich, einfach mal im Internet zu stöbern – die Möglichkeiten sind fast unendlich: von Tierfotograf*innen über Fachverkäufer*innen im Zoohandel oder Tiermasseur*innen bis hin zu Tierbestatter*innen gibt es eigentlich alles, was man sich vorstellen kann.


Weiterhin gibt es auch Tätigkeiten etwa in den Bereichen Tier- und Wildtierschutz oder im Wildtiermanagement. Theoretischer, aber durchaus auch mit teils großen praktischen Anteilen sind Studiengänge wie Zoologie, Verhaltensbiologie, Meeresbiologie und andere tierwissenschaftliche Studiengänge wie z.B. Ornithologie im Bachelor und Master.

 

Karriereaussichten


Tiere begleiten den Menschen praktisch seit es Menschen gibt – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Entsprechend vielfältig sind auch die Karriereaussichten in tierbezogenen Berufen. Haustiere spielen für viele Menschen eine immer größere Rolle im Alltag, wodurch zum Beispiel Tierarztpraxen, Tierphysiotherapie, Hundeschulen oder Tierpensionen zunehmend gefragt sind. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Tierwohl, Naturschutz und nachhaltige Landwirtschaft an Bedeutung, was neue Aufgabenfelder in Forschung, Umweltarbeit und Tierhaltung schafft.


Auch Spezialisierungen werden immer wichtiger: Tierärztinnen und Tierärzte können sich etwa auf bestimmte Tierarten oder Behandlungsbereiche konzentrieren, während Tierpfleger in Zoos, Forschungseinrichtungen oder Tierheimen unterschiedliche Fachrichtungen einschlagen können. Wer sich weiterbildet oder studiert, kann zudem in Management, Beratung oder wissenschaftliche Bereiche wechseln.


Damit eröffnen sich viele unterschiedliche Wege: von praktischen Berufen im Stall, im Zoo oder in der Tierarztpraxis bis hin zu Tätigkeiten bei Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Wer Freude an der Arbeit mit Tieren hat und Verantwortung übernehmen möchte, kann in diesem Bereich langfristig eine erfüllende berufliche Perspektive finden.

 

 


16.03.2026