Von einer kleinen Hamburger Bäckerei, die 1688 gegründet wurde, hat sich Harry Brot zu Deutschlands Marktführer für Brot und Backwaren entwickelt. Doch hinter den täglich produzierten Backwaren steckt heutzutage weit mehr als nur traditionelle Handwerkskunst.
(lw) In einer modernen Großbäckerei arbeiten zahlreiche Gewerke Hand in Hand, damit die Produktion rund um die Uhr reibungslos funktioniert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Technik: Anlagen müssen gewartet, Störungen behoben und Produktionsabläufe zuverlässig sichergestellt werden.
Timo Wiesinger (19) kennt diese Herausforderungen aus erster Hand. Er befindet sich in den letzten Zügen seiner Ausbildung zum Mechatroniker bei Harry Brot und gewährt einen Einblick in seine Tätigkeit, mit der er für einen störungsfreien Betrieb sorgt.
„Die Arbeit bleibt abwechslungsreich und spannend.“
IfT: In einer Großbäckerei fließen viele Gewerke zusammen, die einen reibungslosen Ablauf gewährleisten müssen. Welche Rolle spielst du dabei, dass täglich frische Brötchen im Laden liegen?
Timo Wiesinger: Meine Rolle als Mechatroniker ist es, dafür zu sorgen, dass die Anlagen zuverlässig laufen. Wenn Maschinen ausfallen oder Störungen auftreten, kümmere ich mich darum, dass sie schnell behoben werden. Zudem führe ich regelmäßige Wartungen durch, damit es gar nicht erst zu größeren Problemen kommt.
IfT: Wie kann man sich einen typischen Arbeitsalltag als Mechatroniker in einer Großbäckerei wie Harry Brot vorstellen?
Timo Wiesinger: Einen typischen Arbeitsalltag gibt es bei Harry Brot eigentlich nicht, weil jeder Tag ist anders. In einer großen Bäckerei mit vielen Maschinen kann es immer wieder zu kleinen Störungen kommen. Manchmal funktioniert ein Teil nicht richtig oder muss ausgetauscht werden. Meine Aufgabe ist es dann, solche Probleme schnell zu erkennen und zu beheben, damit die Produktion weiterlaufen kann. Außerdem führe ich regelmäßig Wartungen durch. Das bedeutet, ich überprüfe die Anlagen, tausche Verschleißteile aus und sorge dafür, dass alles zuverlässig funktioniert. Kurz gesagt: Man kümmert sich darum, dass die Maschinen laufen, löst technische Probleme und sorgt dafür, dass es gar nicht erst zu größeren Ausfällen kommt. Dadurch bleibt die Arbeit abwechslungsreich und spannend.
„Man muss sehr genau und sorgfältig arbeiten, damit die Qualität der Produkte nicht beeinträchtigt wird.“
IfT: Worin liegt der Unterschied zwischen der Ausbildung zum Mechatroniker in einer Großbäckerei im Vergleich zu anderen Gewerken?
Timo Wiesinger: Der Unterschied zur Ausbildung als Mechatroniker in anderen Branchen liegt vor allem darin, dass man in einer Großbäckerei zusätzlich mit Lebensmitteln arbeitet. Das bedeutet, dass Hygiene und Sauberkeit eine besonders große Rolle spielen. Man muss sehr genau und sorgfältig arbeiten, damit die Qualität der Produkte nicht beeinträchtigt wird.
IfT: Wie beeinflusst deine Tätigkeit die Qualität der Produkte?
Timo Wiesinger: Indem ich Anlagen anpasse und verbessere, damit sie zuverlässig und möglichst störungsfrei laufen. Wenn Probleme auftreten, sorge ich dafür, dass sie schnell behoben werden, damit die Produktion ohne lange Unterbrechungen weitergehen kann. Außerdem achte ich während meiner Arbeit immer auf Hygiene und Sauberkeit, da wir mit Lebensmitteln arbeiten.
IfT: Was macht deine Ausbildung bei Harry Brot besonders?
Timo Wiesinger: Was meine Ausbildung bei Harry Brot besonders macht, ist die Kombination aus moderner Technik und der Arbeit in einem Lebensmittelbetrieb. Man arbeitet an großen, automatisierten Anlagen und übernimmt schon früh Verantwortung.
„Man übernimmt nach und nach mehr Verantwortung und bekommt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.“
IfT: Arbeitest du während des laufenden Betriebs oder müssen die Maschinen still stehen?
Timo Wiesinger: Während der Ausbildung arbeitet man an laufenden Anlagen noch nicht eigenständig, sondern unterstützt die Schicht bei anfallenden Arbeiten. So sammelt man Schritt für Schritt Erfahrung und lernt, wie man sicher und verantwortungsvoll arbeitet. An stillstehenden Anlagen darf man dagegen auch schon selbstständig Wartungen und kleinere Reparaturen durchführen. Dadurch übernimmt man nach und nach mehr Verantwortung und bekommt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
IfT: Was würde viele überraschen, wenn sie deinen Arbeitsplatz bei Harry Brot sehen könnten?
Timo Wiesinger: Was viele überraschen würde, ist die Größe und die Technik hinter der Brotproduktion. Die meisten stellen sich eine Bäckerei kleiner vor, aber in einer Großbäckerei sind die Anlagen riesig und hochmodern. Auch wie automatisiert die Prozesse ablaufen, vom Teig bis zum fertigen Brot, überrascht viele. Alles ist genau aufeinander abgestimmt und läuft im perfekten Zusammenspiel – das bringt viele zum Staunen.
„Langweilig wird es hier auf jeden Fall nicht“
IfT: Was würdest du Jugendlichen sagen, die die Lebensmittelbranche langweilig finden?
Timo Wiesinger: Ich würde sagen, dass die Lebensmittelbranche alles andere als langweilig ist. Hinter einem „einfachen“ Produkt wie Brot steckt unglaublich viel Technik, Organisation und Teamarbeit. In einer Großbäckerei laufen hochmoderne, automatisierte Anlagen, die ständig überwacht und verbessert werden müssen. Gerade als Mechatroniker hat man viel Abwechslung: Man arbeitet mit Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik und löst immer wieder neue Herausforderungen. Außerdem sieht man am Ende des Tages direkt, was man mit seiner Arbeit möglich gemacht hat, nämlich dass täglich tausende Menschen mit frischen Lebensmitteln versorgt werden. Langweilig wird es hier auf jeden Fall nicht.
Quellen:
Harry-Brot GROUP SE & Co. KG: „Unsere Backgeschichte“, online: https://www.harry-brot.de/ueber-harry/unsere-backgeschichte
Autorin: Lara Wachter studiert Journalismus, arbeitet als Werkstudentin in der Projektorganisation des Instituts für Talententwicklung und schreibt für das vocatium magazin.
22.06.2026